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Quecksilber sicher ausleiten – der Weg nach der Amalgamsanierung

Wie eine ganzheitliche, ärztlich begleitete Entgiftung Ihren Körper Schritt für Schritt von Schwermetallen entlastet

Im ersten Teil haben wir gezeigt, warum Quecksilber – allen voran aus Amalgamfüllungen – die bedeutendste Quelle einer systemischen Belastung ist. In diesem zweiten Teil geht es um die entscheidende Frage: Wie wird man das Quecksilber wieder los? Vorweg das Wichtigste: Welche Methode der Entgiftung sinnvoll ist, hängt immer vom individuellen Fall ab – von Art und Ort der Belastung, vom Alter und vom Gesundheitszustand. Eine seriöse Ausleitung gehört deshalb stets in ärztlich begleitete Hände.



Schritt 1: Die Quellen versiegen lassen

Bevor man entgiftet, sollte man die Zufuhr stoppen. Sinnvolle Maßnahmen sind:

  • Fisch bewusst wählen: Quecksilberreiche Arten wie Thunfisch, Schwertfisch, Hai oder bodennahe Aasfresser meiden; vergleichsweise gering belastet sind etwa Kabeljau, Heilbutt, Sardinen oder Hering.
  • Industriezucker reduzieren: Mundbakterien vergären Zucker zu organischen Säuren – und diese erhöhen die Quecksilberabgabe aus Amalgamfüllungen.
  • Ausreichend reines Wasser: etwa 30 ml pro kg Körpergewicht täglich (nicht fluoridiert), um die Ausscheidung zu unterstützen.
  • Weitere Quellen prüfen: etwa thiomersalhaltige Konservierungsstoffe in manchen Präparaten oder mit Quecksilber verunreinigte Pflanzenarzneien.

Die mit Abstand wichtigste Quelle bleibt jedoch – das bestätigen WHO und der US-amerikanische Public Health Service – das Quecksilber-Zahnamalgam.



Bin ich betroffen? Ein erster Selbstcheck

Der von Dr. Keith Sehnert entwickelte Fragebogen hilft, eine mögliche Empfindlichkeit gegenüber Quecksilber einzuschätzen. Typische Hinweise sind zum Beispiel:

  • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Reizbarkeit oder depressive Verstimmung
  • metallischer Geschmack, Brennen im Mund, weiß belegte Zunge oder Mundgeruch
  • Tinnitus, Kiefergelenksprobleme, unerklärliches Zittern oder Kribbeln in Armen und Beinen
  • anhaltende Müdigkeit, häufige Infekte, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • zehn oder mehr Amalgamfüllungen bzw. frühere berufliche Quecksilberexposition

Wer mehrere dieser Punkte mit „Ja" beantwortet, sollte eine gezielte Abklärung in Betracht ziehen. Der Fragebogen ersetzt keine Diagnose – er ist ein Anlass, genauer hinzuschauen.



Die Belastung messen

Quecksilber und andere Schwermetalle werden vor allem im Urin bestimmt. Eine Haaranalyse eignet sich als preiswertes Screening, sagt aber wenig über die aktuelle Körperbelastung aus. Als aussagekräftig gilt die provokative 24-Stunden-Urinanalyse: Dabei wird die Ausscheidung gezielt angeregt, sodass im Gewebe gespeicherte Metalle messbar werden – ein verlässliches Bild der Gesamtbelastung als Grundlage der Therapieplanung.



Schritt 2: Amalgam fachgerecht und geschützt entfernen

Die sorgfältige Entfernung des Amalgams durch einen entsprechend ausgebildeten Zahnarzt – mit anschließendem Ersatz durch metallfreie Materialien – ist der wichtigste Schritt überhaupt. Sie erfolgt schrittweise und unter umfassendem Schutz vor dem freiwerdenden Quecksilberdampf:

  • Nasenmaske mit separater Luftzufuhr und gute Frischluftbelüftung
  • spezielle Amalgam-Fräse und reichlich Kaltwasserspray (weniger Dampfbildung)
  • Clean-up-Absaugkanülen für Füllungsstücke und Dämpfe
  • häufiges Ausspülen mit Selen-Wasser

Welches verträgliche Ersatzmaterial individuell am besten passt, lässt sich bei Bedarf über Labortests (z. B. den Lymphozyten-Transformationstest) ermitteln.



Schritt 3: Quecksilber aus Körper und Gehirn ausleiten

Erst nach der Sanierung folgt die eigentliche, ärztlich überwachte Ausleitung. Der Körper verfügt über eigene Entgiftungswege, die wir gezielt stärken:

  • Glutathion (GSH) ist eine der zentralen körpereigenen Substanzen zur Quecksilberentgiftung in der Leber – schwefelhaltige Stoffe wie NAC, MSM und Alpha-Liponsäure unterstützen seine Bildung und Wirkung.
  • Antioxidanzien wie Vitamin C und E (zusammen mit Selen) helfen, oxidativen Stress auszugleichen.
  • Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Zink, Selen und Molybdän schützen und fördern die Ausscheidung – Zink ist wichtig für das quecksilberbindende Metallothionein.
  • Mariendistel (Silymarin) und Knoblauchextrakt unterstützen die Leberentgiftung.
  • Probiotika stellen die durch Quecksilber geschädigte Darmflora wieder her und können Beschwerden bis hin zum Mundgeruch lindern; Aktivkohle bindet freigesetztes Quecksilber im Darm.

Reichen körpereigene Wege nicht aus, kommen Chelatbildner zum Einsatz. DMSA gilt heute als Mittel der Wahl bei systemischer Quecksilberbelastung und entfernt es effektiv auch aus dem Gehirn; DMPS (in Europa etabliert) und EDTA (v. a. bei Blei) ergänzen das Spektrum. Wichtig: Diese Substanzen sind verschreibungspflichtig, entziehen dem Körper auch wichtige Mineralien und gehören ausschließlich unter ärztliche Aufsicht mit regelmäßiger Laborkontrolle. Eine vollständige Ausleitung erstreckt sich je nach Belastung oft über längere Zeit.



Finger weg von der „Schrotschuss"-Methode

Ausdrücklich warnen möchte ich vor wahllos zusammengestellten Kombipräparaten, die pauschal „zur Quecksilberentgiftung" angepriesen werden. In Studien haben sich solche Ansätze als unwirksam erwiesen – sie können Symptome eher unterdrücken als heilen und die Vitalität schwächen. Sinnvoll ist stattdessen eine individuell abgestimmte, ganzheitliche Entgiftung, die körperliche, emotionale und mentale Aspekte einbezieht und die Leber gezielt stärkt.



Wir begleiten Sie sicher durch jeden Schritt

Quellen meiden, sicher sanieren, gezielt ausleiten – in dieser Reihenfolge entlasten wir Ihren Körper nachhaltig von Quecksilber. In unserer ganzheitlich ausgerichteten Praxisklinik im Zentrum von Düsseldorf verbinden wir Umweltzahnmedizin, geschützte Amalgamentfernung und eine naturheilkundlich-ärztlich begleitete Schwermetallentgiftung zu einem stimmigen Gesamtkonzept. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie persönlich.


Ihr Dr. Hansjörg Lammers

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